Archive for Philosophie

Hat das Leben einen Sinn?

Die Sinnfrage stellt mich vor ein Problem: Wenn ich sie auf der einen Seite mit Logik, auf der anderen Emotional beantworte, komme ich zu verschiedenen Ergebnissen.

Da ich weiß, dass meinen Emotionen keiner offenkundigen syllogistischen Logik folgen, ist das eigentlich kein Problem, aber schön ist es auch nicht

Der Logik-Ansatz

Wenn der Sinn des Menschen aus sich selbst heraus käme, wäre eine einfachere Lösung des “Problems Leben”, dass es den Menschen gar nicht gibt. Ein Problem, das seine eigene Lösung ist und sonst nichts bewirkt, ist zu nichts gut, also sinnlos.

Dieses Argument kann man auf die gesamte Menschheit erweitert werden: Wenn der Sinn der Menschen in der Interaktion mit anderen Menschen läge (ihnen helfen, sie glücklich machen, sie zu lieben, geliebt zu werden, bekehren usw.), könnte es auch ganz einfach überhaupt keine Menschen geben.

Und noch weiter kann man es damit treiben: Auf die gleiche Art kann man argumentieren, dass das Universum aus sich selbst heraus keinen Sinn haben kann.

Der Sinn des einzelnen Menschen, der Menschheit und des Universums kann also nur außerhalb des Universums liegen. Und nach unserer Definition des Universums gibt es nichts außerhalb des Universums.

Außer vielleicht Gott, wenn wir an seine Existenz glauben.

Halten wir fest: Die Sinnfrage wird, nach genug Nachdenken, identisch mit der Frage, ob es (einen) Gott gibt.

Die emotionale Seite

Die emotionale Seite der Medaille ist sehr individuell, und hängt natürlich von den Lebensumständen ab.

Hier nur so viel: meinem Gefühl nach hat mein Leben einen Sinn, woran meine Freundin sicher einen Signifikanten Anteil hat ;-)

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Freier Wille?

Jede Diskussion über Philosophie kommt früher oder später an den Punkt, wo man debattiert, ob der Mensch einen freien Willen hat.

Also will ich das gleich am Anfang klären: Er hat keinen. Punkt. So einfach ist das.

Als Naturwisschenschaftler drängt sich mir diese, zugegeben etwas unangenehme, Erkenntnis geradezu auf. Die Argumentation ist auch recht einfach:

Geist (im Sinne der Fähigkeit zu denken) ist ganz offensichtlich an Materie gebunden, wie zahlreiche Beobachtungen an Personen mit Gehirnschäden eindrucksvoll belegen. Es gibt sogar Modelle, nämlich Neuronale Netze, die viele Teilfunktionen des Gehirns sehr gut simulieren, und es ist auf biologischer Ebene auch bekannt, wie Neuronen funktionieren.

Die Schlussfolgerung ist also: Unser Denken entsteht durch elektrochemische Prozesse.

Und wenn wir einen freien Willen hätten, hieße das, dass es einen Vorgang geben müßte, der aus diesen elektrochemischen Prozessen entsteht, ein Eigenleben entwickelt, und dann wieder auf diesen elektrochemischen Prozess zurückwirkt.

Verrückte Vorstellung, oder?

Eine der Maximen der modernen Wissenschafft ist, dass wenn es zwei Modelle gibt, die das gleiche Phänomen so beschreiben, dass das gleiche herauskommt, dann ist das einfachere das richtige.

Die einfache und damit auch richtige ist, dass es evolutionär Vorteilhaft ist oder war, dass wir uns einen freien Willen und Entscheidungsfreiheit einbilden.

Wenn man diese Argumentation das erste Mal hört, ist es ein ganz schön harter Brocken zu schlucken, aber letztendlich ändert die Erkenntnis, dass man keinen freien Willen hat, den Alltag nicht allzu sehr. Eigentlich gar nicht.

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Si Tacuisses, Philosophus Mansisses

“Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosph geblieben”.

Da ich kein Philosoph bin, sondern mir nur ab und zu meine Gedanken mache, kann mir der gute alte Boethius nichts anhaben - hoffe ich.

Auch lade ich alle Leser herzlich zur Diskussion ein, denn davon lebt die Philosophie.

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