Am Wochenende 14./15. Oktober ich auf einem Segeltörn von
Largs nach Tarbert und wieder zurück.
Abfahrt war am Freitag Nachmittag von der Uni mit einem Kleinbus und ein
paar Autos, von da aus gings nach Largs, einer Kleinstadt an der
Westküste Schottlands.
Die Fahrt hat etwas über zwei Stunden gedauert, und hinter Glasgow sind
die Straßen zunehmend enger und gewundener geworden. Am Ende war mir
dann auch ziemlich übel, aber dann war die Fahrt auch vorbei.
Wir haben drei Segelboote gemietet, für insgesamt 26 Personen, zwei
etwas kleinere und ein größeres.
Am Abend sind wir dann in den Stadtkern von Largs gefahren und sind
(größtenteils) in ein sehr leckeres indisches Restaurants gegangen.
Danach ging es zurück auf die Boote, wo wir uns bis spät in die Nacht
unterhalten haben, die meisten haben auch Bier getrunken (wofür ich ja
bekanntlich nicht zu begeistern bin).
Die Kojen in den Booten waren sehr eng, etwa Sargförmig und mit zwei
Betten übereinander versehen. Der Platz hat gerade zum schlafen
gereicht, mehr war ja aber auch nicht nötig.
Samstag früh gings dann los, erst mit dem Motor aus dem Hafen, dann
haben wir Segel gesetzt. Etwa die Hälfte der Besatzung (10 Leute, ich
war auf dem größeren Boot) hatte keine Ahnung vom Segeln, dafür hat es
erstaunlich gut geklappt. Wobei man natürlich keine 10 Leute zum segeln
braucht, sodass man ganz nach belieben aktiv segeln und faulenzen konnte.
Der Vormittag war nicht besonders spannend, wir sind fast die ganze Zeit
vor dem Wind gefahren, da gibt es nicht viel zu tun. Gegen Mittag haben
wir die anderen beiden Boote wieder getroffen, aneinander angelegt und
ein wenig zu Mittag gegessen.
Dann haben wir das Kreuzen angefangen, und da wurde es auf einmal
sportlich. Bei jeder Wende muss die Fockschot neu angezogen werden, und
da die Fock ziemlich groß ist (so groß, dass ich sie am Anfang für eine
Genua gehalten habe), braucht man sehr viel Kraft. Dafür gibt es dann
Winschen, um die die Schot gelegt wird, und die man mit einer Kurbel
bedienen kann, wenn das normale ziehen nicht mehr reicht. Das haben wir
auch bei jeder Wende gebraucht.
Nach einem relativ anstrengenden Nachmittag sind wir dann gegen 7pm in
Tarbert angekommen. In einer Werbebroschüre wird Tarbert vollmundig als
idyllischer Seehafen beschrieben, dessen Hafen von Restaurants, Pubs und
Hotels gesäumt ist. Das stimmt zwar, allerdings verschweigt der
Prospekt, dass die drei Pubs, zwei Restaurants und zwei Hotels
tatsächlich nur drei verschiedene Institutionen sind, zwei davon
erfüllen alle drei Funktionen.
Tarbert ist ziemlich klein und verschlafen, aber durchaus schön.
Am Sonntag sind wir dann zurückgesegelt, und das war dann eindeutig
keine Kaffeefahrt mehr. Der Wind war so stark (schätzungsweise
Windstärke 4, Böen 5), dass wir nach einiger Zeit die Segelfläche
reduzieren mussten, damit das Boot kontrollierbar bleibt. Mit
reduzierter Segelfläche war ich dann mal am Steuer, und hatte echt
Probleme, das Boot auch nur halbwegs auf Kurs zu halten.
Auch krängte (für nicht-Segler: krängen = schief liegen) das Boot so
stark, dass es keine gute Idee war, sich im Inneren des Bootes
aufzuhalten, weil man einfach nirgendwo bequem stehen oder sitzen konnte.
Dabei haben wir bis zu 5 Knoten Fahrt gemacht, was sich nicht so viel
anhört, aber für ein Kielboot schon beachtlich ist.
Den Rückweg von Largs nach Edinburgh im Kleinbus habe ich dann
größtenteils verschlafen, und den meisten anderen ging es ähnlich, wir
waren alle ziemlich müde.
Bilder vom Segeln gibt es übrigens auf meiner Homepage:
http://moritz.faui2k3.org/gallery/scotland/sailing/