In einem Seminar am physikalischen Institut in Würzburg (Mittelseminar A) haben wir zur Veranschaulichung von Supraleitern zweiter Art eine kleine Spielzeuglokomotive schweben lassen:
(Klicken Sie auf das Bild, um es in besserer Auflösung zu sehen.)
Als Supraleiter wurde ein Barium-Yttrium-Kupferoxid verwendet. Die Lok wurde vorher mit flüssigem Stickstoff gekühlt.
topAuf die Schienen wurde ein dünner Stapel Papier (ca. 4mm) gelegt, und darauf die Lok gesetzt. Nach dem kühlen mit flüssigem Stickstoff wurd der Papierstapel entfernt; die Lok schwebte ungefähr in der gleichen Höhe wie sie vorher stand.
Dann haben wir die Lok im supraleitenden Zustand entfernt, und die Schienen mit den Magneten nach unten gedreht - und die Lok von unten wieder darangehalten:
topDer "Rauch" aus dem Schornstein ist Wasser, dass durch die starke Kühlung des Stickstoffs kondensiert ist.
topWenn man versucht, auf einer derart dünnen Magnetschiene etwas schweben zu lassen, so darf man keinen Supraleiter erster Art verwenden.
Ein Supraleiter erster Art schließt Magnetfelder vollständig aus seinem Inneren aus und stößt dadurch jeden Magneten ab. Das ist der Sogenannte Meißner-Ochsenfeld-Effekt.
Damit kann man zwar einen Supraleiter auf einer großen Magnetfläche schweben lassen, nicht aber auf einer sehr kleinen Fläche. Dort sind die Magnetfelder sehr inhomogen, d.h. nicht überall gleich stark.
Wenn man einen Supraleiter erster Art über einen kleinen Magneten hält und ihn schweben lassen will, so wird er sofort zur Seite kippen und herunterfallen, weil an der Seite das Magnetfeld schwächer ist - so als ob man probiert, einen Ball auf einer Messerschneide zu balancieren.
Supraleiter zweiter Art zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie Magnetfelder nicht in jedem Fall abstossen.
Supraleiter verlieren oberhalb einer kritischen Temperatur, die vom Material abhängt, ihre besonderen Eigenschaften. Wenn man einen Supraleiter zweiter Art, der wärmer ist als seine kritische Temperatur, in ein Magnetfeld bringt, wird er nicht abgestossen.
Kühlt man ihn dann unter seine kritische Temperatur ab, so friert er sozusagen das Magnetfeld ein. Der Supraleiter erhält dieses Magnetfeld aufrecht, auch wenn man den Magneten entfernt.
Dadurch hält der Supraleiter seine Position relativ zum Magneten konstant, d.h. er kann schweben, wie die Bilder zeigen kann er sogar unterhalb des Magneten in der Luft hängen.
Innerhalb des Supraleiters zweiter Art gibt es winzige Schläuche, die sogannten Flussschläuche. Innerhalb dieser Schläuche, die entlang der Magnetfeldlinien verlaufen, ist das Magnetfeld konstant.
topDie Fotos wurden am 29. Juli 2006 am Physikalischen Institut der Uni Würzburg von einem mir nicht namentlichen bekannten Kommilitonen gemacht. Ich habe seine mündliche Erlaubnis, die Fotos hier zu veröffentlichen. Dankeschön dafür ;-).